Halle bekommt ein Pilotprojekt zur Öffnung von Schulsportanlagen

Blick von einer Grünfläche auf einen eingezäunten Bolzplatz vor einer Turnhalle

In Halle sollen die Schulsportaußenanlagen zukünftig verstärkt für eine freie Nutzung außerhalb der Schulzeiten geöffnet werden. Dazu sollen Pilotschulen gewonnen werden, die mit klar definierter Unterstützung der Stadtverwaltung und unter Einbeziehung der Quartiersakteure vor Ort ihre Sportanlagen zeitweise (z.B. in den Ferien oder am Wochenende) zur Verfügung stellen. Einen entsprechenden Antrag hat der Stadtrat heute beschlossen. Dem Vorschlag der Fraktion Volt / MitBürger hatten sich nach gemeinsamer Weiterentwicklung auch CDU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP/FREIE WÄHLER angeschlossen.

„Das ist ein großer Schritt, um dringend benötigte Freiräume für Kinder und Jugendliche in Halle zu schaffen“, freut sich Friedemann Raabe, Mitglied im Jugendhilfeausschuss. „Wir brauchen mehr Sportanlagen ‚um die Ecke‘, wie zum Beispiel Bolzplätze, die junge Menschen nutzen können, ohne sich vorher irgendwo anzumelden, weite Wege zu überwinden oder zu bezahlen. Das hat sich mehr als die Hälfte der Befragten in der Kinder- und Jugendstudie gewünscht. Gleichzeitig sind unsere Schulsportanlagen nachmittags und am Wochenende oft verwaist. Mit dem Pilotprojekt wollen wir einen Weg finden, beides zusammenzubringen“, so Raabe weiter. Mit Blick auf die vielfach geäußerten Befürchtungen fügt er hinzu: „Viele andere Kommunen haben gezeigt, dass Vandalismus kein Naturgesetz ist. Man muss die Öffnung nur gut vorbereiten, die Akteure im Quartier einbinden und Unterstützungsmaßnahmen für die Schulen definieren. All das greift unser Antrag auf.“

Sportausschuss-Mitglied Tom Wolter ergänzt: „Wir sollten uns freuen, dass so viele Kinder und Jugendliche Sport treiben wollen. Gerade im unorganisierten Bereich gibt es hier aber eine Angebotslücke. Um diese zu schließen, haben wir uns auf Basis der vielen positiven Rückmeldungen mit den anderen Fraktionen zusammengesetzt und einen ausgefeilten Kompromiss erarbeitet. Wir lassen die Schulen bei der Umsetzung nicht allein und prüfen Anreize für Schulleitungen, die sich am Projekt beteiligen. Außerdem haben wir uns darauf verständigt, das Projekt regelmäßig zu evaluieren.“